Auf Schulbesuch

von Flavia Baumeler

Auf Schulbesuch

Ein Gast aus Finnland besuchte die Schule Ettiswil. Am Donnerstag, 29. Oktober 2015, informierte sich Minna Mäkelä vor Ort, wie Schülerpartizipation umgesetzt wird. Minna Mäkelä erzählt uns hier von ihren Eindrücken: „Nachforschen“ in der Schweiz Mir wurde ein Studienbetrag einer Stiftung zugesprochen, um einen Monat in der Schweiz zu verbringen. Ich unterrichte an einer finnischen Primarschule in Helsinki. Ich bin dort für den Schülerrat verantwortlich. An unserer Schule unterrichten die Lehrpersonen über 850 Schüler und Schülerinnen. Es handelt sich um die grösste Primarschule in der Stadt Helsinki. In der Schweiz ist das politische System ganz anders als in Finnland. Mich interessiert es besonders, wie direkte Demokratie in Schweizer Schulen den Alltag prägt. Während meines Studienaufenthaltes werde ich in der gesamten Schweiz Schulen, Jugendparlamente und Unis besuchen. Zwischenhalt in Ettiswil In Ettiswil besteht ein aktiver Schülerrat. Ich bin deshalb froh, dass Frau Nicole Steiner von der Schulleitung mir die Möglichkeit gegeben hat, die Ettiswiler Schule zu besuchen. Für mich wurde ein sorgfältig geplantes und interessantes Programm zusammengestellt. Dafür bin ich dankbar. Im Verlaufe des Tages durfte ich das Lehrerteam kennen lernen. Zudem hatte ich die Möglichkeit, den Primarschülern bei unterschiedlichen „Atelieraktivitäten“ zuzuschauen. Später wurde mir die Schule vorgestellt und ich hatte anschliessend Zeit, mit Schülern und Lehrern, welche sich im Schülerrat engagieren, Interviews zu führen. Demokratie in der Schule Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass alle Kinder gleich sind auf dieser Welt. Aber natürlich unterscheiden sich ihre Lebenswelten. In vielen demokratischen Industrienationen wird heutzutage auch den Kindern ein Mitspracherecht zugestanden. Kinder werden als Experten betrachtet, beispielsweise bezüglich ihren Bedürfnissen oder Prioritäten beim Spielen oder bei der Einrichtung eines Klassenzimmers. Das Wohlbefinden der Kinder wird oft massgeblich von Faktoren beeinflusst, denen Erwachsene eine geringe Bedeutung beimessen. In Ettiswil halten es Kinder, Jugendliche und Lehrpersonen für sehr wichtig, dass an der Schule ein Schülerrat besteht. Im Schülerrat lernen junge Menschen, was Verantwortung bedeutet, welche Projekte realisierbar sind, wie man andere Meinungen respektiert und was Demokratie im Alltag bedeutet. Die Antworten auf die Interviewfragen zeigten mir auf, dass die Kinder und Jugendlichen sich (auch) dank dem Schülerrat ernst genommen fühlen. Léonie, Raphael, Samira und Zoé von den 5. und 6. Primarklassen sowie Gabriel und Agron von der 7. Klasse der ISS interessierten sich unter anderem dafür, wie das Mitspracherecht für Schüler an meiner Schule organisiert wird. Auch anderes weckte die Neugier der Kinder: Wir haben zum Beispiel vom Weihnachtsmann gesprochen oder ich habe Bilder von meiner Heimat gezeigt. Am Ende des Tages erfüllte sich ein grosser Wunsch der Primarschüler und -schülerinnen: Nach einem langen Prozess waren die zwei neuen Fussballtore endlich da. Und ich konnte dabei sein! Die Übergabe der Fussballtore war ein eindrücklicher Abschluss meines Schulbesuches.

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